1700 - 1724
1700 - 1708 wurde die Langgaß Kaserne am heutigen Schönleinsplatz für 400 Mann Besatzung, nach Plänen von Leonhard Dientzenhofer, errichtet. Die Kaserne musste 1892 der heutigen Bebauung weichen.
Karte Bamberg 1822
Um die Bautätigkeit in Bamberg weiter anzukurbeln, erließ Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn am 13. März 1700 ein Dekret, welches Steuererleichterungen für Bauherren in Aussicht stellte. Die Dauer der Steuerbefreiung hing von der Anzahl der Stockwerke und dem verwandten Baumaterial ab. Einstöckige Neubauten sowie offenes Fachwerk wurden gänzlich verboten. Für ein zweistöckiges verputztes Fachwerkhaus gab es sechs Jahre, für ein dreistöckiges Steingebäude hingegen zwanzig Jahre Steuerbefreiung. Preisnachlässe auf Baumaterialien oder kostenloses Bauholz aus den Staatsforsten taten ihr Übriges um den Umbau der mittelalterlichen Stadt in eine barocke Residenz voranzutreiben.
Um die Bautätigkeit in Bamberg weiter anzukurbeln, erließ Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn am 13. März 1700 ein Dekret, welches Steuererleichterungen für Bauherren in Aussicht stellte. Die Dauer der Steuerbefreiung hing von der Anzahl der Stockwerke und dem verwandten Baumaterial ab. Einstöckige Neubauten sowie offenes Fachwerk wurden gänzlich verboten. Für ein zweistöckiges verputztes Fachwerkhaus gab es sechs Jahre, für ein dreistöckiges Steingebäude hingegen zwanzig Jahre Steuerbefreiung. Preisnachlässe auf Baumaterialien oder kostenloses Bauholz aus den Staatsforsten taten ihr Übriges um den Umbau der mittelalterlichen Stadt in eine barocke Residenz voranzutreiben.
1705/06 ließ der Domherr Franz Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads in der Domstraße 5 vom Hofarchitekten Leonhard Dientzenhofer ein barockes Palais errichten. Die heutige Dompropstei bewohnt der Weihbischof, der gleichzeitig das Amt des Dompropstes bekleidet. 1775 wurde von Wilhelm Sickingen das Gebäude renoviert.
Neben dem Bischof beteiligten sich auch viele Hofbeamte am Baugeschehen in der Stadt. So ließ der Fürstbischöfliche Geheimrat Johann Ignaz Tobias Böttinger (1675 - 1730) am Fuße des Stephansberges zwischen 1707 und 1712 ein Palais errichten, das Böttingerhaus. Es war zu dieser Zeit das größte Bürgerhaus der Stadt und übertraf selbst die Domherrenhöfe. Dennoch sollte der Hofbeamte bald wieder umziehen, da der Bau aufgrund des beengten Baugrundes und zahlreicher Baumengel kaum zu nutzen war.
1707 - 1709 gestaltete der Würzburger Hofmaler Melchior Seidl den Kaisersaal in der Neuen Residenz mit Fresken aus.
1709 - 1711 entstand, nach Plänen von Johann Dientzenhofer, am Grünen Markt 14 das nach seinem späteren Besitzer benannte Raulinohaus. Johann Peter Raulino war Inhaber einer Rauch- und Schnupftabak Firma in Bamberg.
1710 wurde Zigeunern, bei Androhung der Todesstrafe, verboten das Gebiet des Bamberger Hochstifts zu betreten.
1711 - 1718 schuf Baumeister Johann Dientzenhofer in Pommersfeld, die 21 Kilometer südwestlich von Bamberg gelegene fürstbischöfliche Sommerresidenz Schloss Weißenstein. Die Dreiflügelige Anlage gilt als ein Gründungsbau des fränkischen Barocks, besonders das Treppenhaus, welches in seiner Form erstmal so in Deutschland ausgeführt worden war, sticht hervor.
1711 beginnt auch in der Oberen Pfarre die Barockisierung des Kircheninnenraumes. Für die Stuckarbeiten zeichnete Johann Jakob Vogel verantwortlich.
Am 22. Dezember 1711 wurde Karl VI. zum römisch deutschen Kaiser gewählt, was er unter anderem der Unterstützung von Fürstbischof Lothar Franz zu verdanken hatte.
Der zwischen 1711 und 1718 erbaute Rotenhan Palais in der Kapuzinerstraße 25, heute Studierendenkanzlei der Uni Bamberg, wird dem Architekten Johann Dientzenhofer zugeschrieben.
1712 begannen umfangreiche Umbauarbeiten auf dem Michelsberg, die sich über mehrere Jahrzehnte hinziehen und dem Kloster sein heutiges barockes Aussehen verleihen sollten.
Am 10. November 1712 ließ Lothar Franz ein offenes Patent in allen Orten des Fürstbistums anschlagen, in dem er die Übergriffe auf Juden verurteilte und unter Strafandrohung verbat. Unter diesem Schutz durch die Obrigkeit konnte sich die jüdische Gemeinde im Bistum erholen.
1713 konstituierte sich an der Oberen Pfarre die Sebastians Bruderschaft. Bruderschaften waren Träger der bürgerlichen Frömmigkeit und bemühten sich um einen tadellosen Lebenswandel ihrer Mitglieder.
Giovanni Francesco Marchini schuf 1714 die imposante Scheinkuppel in der Jesuitenkirche St. Martin, die erste dieser Art in Deutschland.
1714 - 1716 wurde das Bibra Palais, auch Bibra Haus genannt, in der Unteren Karolinenstraße 11 von Johann Dientzenhofer errichtet. Wie nahezu alle Bauten der Schönbornzeit zitiert es die Architektur der Neuen Residenz, natürlich ohne diese übertreffen zu wollen.
1715 stiftete Friedrich Rosenzweig die Kreuzigungsgruppe, die von Leonhard Gollwitzer ausgeführt wurde, auf der Oberen Brücke.
1716 - 1722 errichtete Johann Dientzenhofer das Wasserschloss Concordia. Sein Auftraggeber Geheimrat Ignatz Böttinger brauchte, nachdem sein Palais in der Judengasse aufgrund von zahlreichen Baumängeln für seine große Familie, er hatte zwölf Kinder, untragbar geworden war, eine neue Bleibe.
1717 ließen sich die Englischen Fräulein am Holzmarkt in Bamberg nieder. Im selben Jahr richteten sie hier eine Elementarschule für Mädchen ein und zwischen 1724 und 1727 entstand an selbigen Ort ihre Institutskirche. Ab 1736 wurden im Umfeld der Schule großzügige Wohn- und Schulgebäude errichtet.
Ein Erlass vom 12. August 1718 untersagte Betteljuden die Einreise ins Hochstift Bamberg.
1718 wurde die heutige Kaiserdom Brauerei in Gaustadt gegründet, erster Brauhaus Besitzer war Georg Morg.
1719 gründete der Domherr Franz Friedrich von Greifenklau eine Brauerei am Laurenziplatz auf dem Kaulberg. Trotz häufigen Besitzerwechsels besteht die Brauerei Greifenklau bis heute und ist ein wichtiger Teil der Bamberger Bierkellerkultur.
Am 28. August 1720 erließ der Bischof einen Erlass gegen Bettler, Vagabunden, Müßiggänger und Kriminelle.
1722 – 1723 erhielt die Klosterkirche auf dem Michelsberg seine heutige geschwungene Freitreppe zum barocken Kirchenportal. Die Pläne stammten von Johann Dientzenhofer, der schon am Bau des Portals beteiligt gewesen war, der Figurenschmuck stammte von Leonhard Gollwitzer.
Ab 1724 ließ Abt Anselm Geisendörfer den Chor der Klosterkirche St. Michael erhöhen, sowie eine Sakristei und die Marienkapelle anbauen. 1729 - 1731 wurden die Sepultur (Grablege) am südlichen Querhausarm durch eine Heilig-Grab-Kapelle ersetzt. Das Bildprogramm des Totenspiegels an der Decke der Kapelle wurde wohl nach Plänen des Abtes selbst, von dem Oberpfälzer Künstler Johann Georg Leinberger, ausgeführt. Der Bamberger Totentanz sticht aus verschiedenen Gründen heraus, zum einen durch die Ausführung in Stuck, zum andern ist die Kombination von Totentanz und Heiligem Grab wohl weltweit einzigartig.
Des Weiteren ließ der Abt, von dem Hofschreiner Servatius Brickard, mehrere neue Altäre sowie 1730 ein neues Chorgestühl, mit 40 Sitzplätzen, in den gotischen Chor einfügen. Der begabte Kunstschreiner arbeitete auch an der Neuen Residenz, dem Schloss Seehof und im Schloss Pommersfeld, doch das Chorgestühl ist wohl eines seiner Hauptwerke.
1726 ließ Lothar Franz am Rappeltschen Haus, Ecke Grüner Markt, Langestraße, an Stelle von hölzernen Verkaufsbuden, durch Christoph Grump und J. Kaspar Strauß, eine Altane (Söller, Balkon) als Verkündungskanzel anbringen.
Bonaventura Joseph Mutschele wurde 1728 in der Nähe von St. Gangolf geboren. Er war der begabteste Spross der Bamberger Bildhauerfamilie Mutschele und wurde Hofbildhauer des Zaren von Russland.
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