1800 – 1815 Bamberg wird Bayrisch
Der Weinbau wurde vom Anfang des 19. Jahrhunderts mehr und mehr durch den Hopfenanbau abgelöst. Zum einen sank nach der Säkularisation die Nachfrage nach Bamberger Wein, zum anderen konnte die Qualität nicht mit den immer günstiger werdenden Importweinen mithalten. Als dann im Winter 1829/30 die meisten Weinstöcke einer langen Frostperiode zum Opfer fielen, war das Ende für den Bamberger Weinbau gekommen. Auch die Regierung unterstützte den Umstieg und forcierte den Anbau von Hopfen. Doch wurde die Bierwürze nicht nur auf den freigewordenen Feldern angebaut, auch der Handel mit den Dolden blühte auf. Und so entwickelte sich Bamberg im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum des europäischen Hopfenhandels. Waren 1861 Einundzwanzig jüdische Familien im Hopfenhandel tätig, so waren es um 1900 schon Einhundertzehn. Viele dieser Unternehmer siedelten sich im Haingebiet an.Im Mai 1800 wurde dem schon greisen Bamberger Fürstbischof Buseck der Fürstbischof von Würzburg, Georg Karl von Fechenbach, als Koadjutor an die Seite gestellt.
Nachdem im Zuge des 2. Koalitionskrieges im Parsdorfer Waffenstillstand am 15. Juli 1800 die Teilung des Hochstifts und der Stadt Bamberg beschlossen worden war, zogen rechts der Demarkationslinie Blankensteiner Husaren, links der Demarkationslinie französische Truppen unter General Moreau auf. Auf der Oberen Brücke lagen sich die Posten direkt gegenüber und regelten den „Grenzverkehr“. Wie schon bei Bambergs erster Besetzung floh Fürstbischof Christoph Franz von Buseck in Richtung Saalfeld. Auch Busecks Koadjutor Fechenbach zog es vor nach Thüringen zu fliehen. Die Staatskasse wurde nach Kronach in Sicherheit gebracht. Erneut forderten die Franzosen eine hohe Kontribution, zunächst hatte Moreau 600.000 Livres festgelegt, im August erhöhte die französische Kontributionskommission die Forderung auf 1.500.000 Livres. Am 5. Dezember 1800 konnten die Franzosen Bamberg gänzlich einnehmen und richteten eine Garnison von rund 800 Mann ein. Das Angebot eines Separatfrieden für das Hochstift, um dieses aus der antifranzösischen Koalition herauszulösen, was auch die Kontributionszahlungen betroffen hätte, lehnte Fürstbischof Buseck ab. Die Stadt blieb bis zum Friedensschluss von Lunèville am 3. April 1801 von den Franzosen besetzt.
Literatur:
Bamberg in den Koalitionskriegen: PDF.
1801 erwarb Dr. Adalbert Friedrich Marcus, der Leiter des Krankenhauses, die Ruine der Altenburg, um diese vor dem gänzlichen Verfall zu retten. Nach dem Tod des umtriebigen Arztes am 26. April 1816 übernahm den Erhalt der Burg der 1818 gegründete Altenburgverein.
Ab 1801 führte Dr. Markus in seinem Amtsbereich Pockenimpfungen durch, sechs Jahre bevor die Impfpflicht gegen Pocken in ganz Bayern, auf sein Betreiben hin, eingeführt wurde.
Nach dem Friedensschluss von Lunéville am 09. Februar 1801, zwischen Frankreich und Habsburg, zeichnete sich das Ende des Fürstbistums Bamberg ab. Der Habsburger Kaiser Franz II. ließ seinen Verbündeten Fürstbischof Buseck im Stich und der Kurfürst von Bayern Maximilian IV. Joseph erhielt, zum Ausgleich für seine Gebietsverluste links des Rheins (Kurpfalz), das Fürstbistum Bamberg, in einem Separatfrieden vom 24. August 1801, von Frankreich zugesprochen. Fürstbistümer wie Bamberg, Würzburg oder Mainz waren zu schwach, um sich gegen die großen Akteure der Napoleonischen Zeit zur Wehr zusetzten.
Im Jahr 1802 wurde die „Hochfürstlich privilegierte Schaubühne zu Bamberg“, das spätere E.T.A. Hoffmann Theater, von Julius Reichsgraf von Soden gegründet. Soden ließ einen Gebäudekomplex am heutigen Schillerplatz zum Theater umbauen. Die Räumlichkeit boten 500 Besuchern Platz und hatte eine relativ kleine Bühne, dafür jedoch ein festes Ensemble, was damals eine Seltenheit an deutschen Bühnen war. Die Eröffnung fand am 3. Oktober statt, gezeigt wurde das Drama „Bianca Capella“.
Noch bevor der Reichsdeputationshauptschluss am 25. Februar 1803 veröffentlicht wurde, überschritten am 1. November 1802 bayerische Truppen die Grenzen des Fürstbistums und besetzten am 6. November die Residenzstadt Bamberg. Am 22. November wurde Johann Wilhelm Freiherr von Hompesch zum Generalkommissar für die fürstbischöflichen Provinzen ernannt. Unter dessen Führung vollzog der Geheimrad Franz Wilhelm von Asbeck die weiteren Okkupationsmaßnahmen. Am 28. November wurde das bayerische Wappen an die Stadttore Bambergs angeschlagen. Tags darauf legte der greise Fürstbischof Christoph Franz von Buseck seine weltlichen Ämter nieder und entband seine Beamten und Untertanen von ihrem Treueid. Die Regierung in Bamberg übernahm Generalkommissar Stephan Nikolaus Freiherr von Stengel. Fast sang- und klanglos gingen die nahezu Aachthundert Jahre Herrschaft der Bischöfe über die Stadt Bamberg und das Fürstbistum zu Ende. Für die Stadt bedeutete es eine Art Befreiung, eine Blüte an bürgerlicher Kultur, eine Zunahme an Industrie, aber auch an Handel, Militär und Menschen. Am Ende des Jahrhunderts sollte Bamberg die sechstgrößte Stadt Bayerns sein.
Literatur: Bamberg wird Bayrisch PDF:
Knapp sechs Wochen später läutete Max IV. Joseph in Bamberg die Säkularisation ein. Am 7. Januar 1803 wurde eine „Churfürstliche Spezial-Kommission in Administrativ-Angelegenheiten der Stifte und Klöster“ eingesetzt. Von den Bamberger Frauenklöstern blieb nur das Englische Institut verschont, denn die Bildung von Mädchen wurde als nützlich für den Staat erachtet. Das Institut durfte jedoch keine neuen Klosterfrauen mehr aufnehmen. Alle anderen Männer,- und Frauenklöster, insgesamt sieben sowie drei von vier Kollegiatstiften wurden aufgelöst. Die Mönche bzw. Nonnen wurden auf Sammelklöster verteilt oder von ihrem Gelübde entbunden und ins Privatleben entlassen. Die Kirchen und Nebengebäude wurden ausgeräumt und in Magazine, Kasernen oder Lazarette, umfunktioniert. Einige, Kirchen, Kapellen und 3 Stadttore wurden abgebrochen, andere zu einer Spiegelrahmenfabrik oder einer Porzellanmanufaktur umgewidmet. Die beweglichen Güter wie Möbel, Bücher, liturgische Geräte, Gemälde und Schmuck wurden verscherbelt, die Gewinne flossen nach München. Zum Glück gelang es einflussreichen Bamberger Bürgern viele dieser Kunstschätze zu erwerben und in ihre Sammlungen zu retten. Zum Beispiel wurde die Sammlung von Martin Joseph von Reider zum Grundstock des Bayerischen Nationalmuseums in München. Dennoch war der Aderlass an Kunst,- und Kulturgütern für die Stadt erheblich.Am 31. Januar 1803 ernannte Max IV. Joseph den ehemaligen fürstbischöflichen Leibarzt Dr. Adalbert Friedrich Marcus zum Medizindirektor für die Fürstentümer Bamberg und Würzburg. Sogleich begann der Leiter des Allgemeinen Krankenhauses mit der Neuorganisation des Medizinwesens in Bamberg. In das aufgelassene Kloster Michelsberg zog am 20. Dezember das Bürgerspital, welches sich bis dato am Maxplatz befunden hatte (heute Karstadt) um; das Kloster beherbergt bis heute ein Seniorenheim. Die Bamberger Siechenhäuser fasste Marcus in einem Krankenhaus für unheilbar Kranke im aufgelösten Aufseesianum zusammen. Des Weiteren initiierte er die Errichtung einer Nervenheilanstalt in der ehemaligen Benediktinerpropstei St. Getreu oberhalb des Michelsbergs. Die Klinik war, wie das Allgemeine Krankenhaus, die modernste in Deutschland. Bis heute dienen die Gebäude als Nervenklinik.
Literatur
Karin Dengler-Schreiber: Marcus und die Nervenklinik Bamberg: PDF
Als Entschädigung für die verlorene Regierungshoheit erhielt Bamberg vorübergehend den Sitz der Kreisregierung, musste diese jedoch 1810 an Bayreuth abgeben. Dafür wurde Bamberg 1808 zum Sitz des bayerischen Appellationsgerichtes, welches bis 1902 im Schloss Geyerswörth tagte.
Nach den Klöstern wurde 1803 auch die Universität aufgelöst. Nur die theologische und die philosophische Fakultät blieben erhalten und wurden in ein königliches Lyzeum überführt, somit konnte der Klerus weiterhin in der Stadt ausgebildet werden. Die über die Landesgrenzen hinaus bekannte medizinische Fakultät wurde in eine Chirurgisch-medizinische Schule umgewandelt, um Ärzte praktisch zu schulen und Wundärzte auszubilden. 1810 wurde, auf Betreiben des bayerischen Staats, die Schule in eine Schule für Landärzte umgewandelt, um die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Diese Landärzteschule sollte mit dem Wintersemester 1820 seine Pforten wieder schließen. Die Ausbildung zu geschulten Medizinern, Wundärzten und Geburtshelfern, in nur sechs Semestern, konnte nicht gelingen. Ab Mai 1823 sollte eine Chirurgenschule die entstandene Bildungslücke in Bamberg wieder füllen, diese wurde 1836 in eine Baderschule umbenannt, doch schon 1843 löste König Ludwig I. die Schule wieder auf. Die Ausbildung von Medizinern wurde universitär und fand in Bamberg nicht mehr statt.
Literatur:
Das Lyzeum Bamberg 1803 - 1923: eine Einführung: PDF
Dem ehemaligen Zisterziensermönch und Bibliothekar des Klosters Langheim Heinrich Joachim Jäck fiel die Aufgabe zu. Aus den Buchbeständen der säkularisierten Klöster und den Restbeständen der aufgelösten Universität die neu gegründete, zunächst die kurfürstliche, dann königliche und ab 1918 staatliche Bibliothek zu bestücken. Jäck richtete sich und die Bibliothek im ehemaligen Jesuitenkolleg in der Au ein und begann sofort weitere Bücher für die Bibliothek zu sammeln. Doch nicht nur Bücher, auch das kulturelle Leben Bambergs, lag dem Feingeist am Herzen und so war er u. a. Gründungsmitglied des Bamberger Tagblattes, des Kunstvereins sowie des Historischen Vereins. Jäck starb 1847 im Alter von 70 Jahren in Bamberg.
Ebenfalls 1803 begann die Umgestaltung des Auwaldes auf dem Unteren Mühlwörth, in einen Volkspark, der den Englischen Garten in München zum Vorbild hatte und der zweite seiner Art in Bayern sein würde.
Literatur:
Marion Dubler: Parkpflegewerk Volksgarten Hain PDF:
Der spätere Bamberger Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Franz Ludwig von Hornthal ließ 1803 eine öffentliche Straßenbeleuchtung mit 250 Öllaternen installieren.
1804 wurde der Monopteros, auch Druidentempel genannt, von Schloss Seehof in den Hain versetzt. Der, der Natur gewidmete Tempel war das erste Gebäude im Volkspark und bildete den Abschluss des Theresienhaines.
Das inzwischen Bayrisch gewordene Hochstift war vom 3. Koalitionskrieg von 1805 nur am Rande betroffen, da Bayern inzwischen mit Napoleon verbündet und die Kämpfe sich weitestgehend auf Süddeutschland und Österreich beschränkten.
1805 wurde (Alt) St. Martin abgerissen. Die Kirche hatte über Jahrhunderte das Zentrum der Inselstadt geprägt und war über einem Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert errichtet worden. Dieser soll einmal zu den karolingischen Slawenkirchen gehört haben, ein anderes Mal sogar auf die Merowinger zurückgehen, beide Theorien lassen sich nicht belegen.
An Stelle des Kirchenbaus sollte zwischen Neuem Rathaus und dem ehemaligen Bürgerspital ein repräsentativer Platz entstehen, doch ging der geschlossene Eindruck des Ensembles leider verloren.
Alt St. Martin
Am 28. September 1805 verstarb der letzte Bamberger Fürstbischof Christoph Franz von Buseck, vollkommen unbemerkt von der Öffentlichkeit. Zum Nachfolger wurde dessen ehemaliger Koadjutor und Fürstbischof von Würzburg, Georg Karl Ignaz Freiherr von Fechenbach. Nach dem Tod Fechenbachs 1808 blieb der Bamberger Bischofsstuhl bis 1818 unbesetzt.
Von 1805 bis 1867 diente die Neue Residenz Bambergs den Wittelsbachern als Nebenresidenz. Herzog Wilhelm in Bayern residierte hier von 1807 bis 1837. Ab 1837 wohnte für einige Jahre der Enkel, Wilhelms Herzog Maximilian in Bamberg. 1843/44 lebte Kronprinz Max, der spätere bayerische König Maximilian II. in der Residenz. Von 1864 bis 1867 hatte das ehemalige griechische Königspaar Otto und Amalie ihren Lebensmittelpunkt in Bamberg.
Als Belohnung für die Unterstützung Napoleons bei der Drei-Kaiser-Schlacht bei Austerlitz, erhob der französische Kaiser am 1. Januar 1806 das Herzogtum Bayern zum Königreich und den bayerischen Kurfürsten zu König Maximilian I. Joseph.
Das Ultimatum Preußens an Napoleon, seine Truppen bis zum 8. Oktober 1806 aus Süddeutschland abzuziehen, kam einer Kriegserklärung gleich und war der Auftakt zum 4. Koalitionskrieg.
Auf seinem Vormarsch gegen Preußen nahm Kaiser Napoleon I. in der Neuen Residenz für drei Tage Quartier. Hier verfasste er am 6. Oktober 1806 eine Proklamation an seine Truppen, um diese auf den Krieg gegen Preußen einzustimmen. Noch in der Nacht zum 7. Oktober zogen die Franzosen in Richtung Coburg, Bayreuth, Kulmbach ab. Bamberg war erneut von Einquartierungen und Requirierungen betroffen. Schon am 14. Oktober 1806 schlugen die französischen Truppen, in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt, die Preußen vernichtend.
1806 kaufte die Marianische Herren- und Bürgersolidarität das 1803 säkularisierte und zum Abbruch freigegebene Gotteshaus von St. Jakob und bewahrt es so vor seiner Zerstörung.
1807 wurde der Arzt Jakob Dessauer in Bamberg geboren. Als Arzt erforschte er u. a. das Cholesterin. In der Stadt setzte er sich für die Armenfürsorge ein und ab 1844 war er Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde. Unter seiner Vorstandschaft konnte am 18. Oktober 1851 ein jüdischer Friedhof auf dem Stadtgebiet eingeweiht werden.
Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel kam im November 1806 nach Bamberg. Der Verleger Joseph Anton Göbhardt sollte Hegels Hauptwerk - Phänomenologie des Geistes – drucken. Nach der Schlacht von Jena und Auerstedt konnte Hegel nicht nach Jena zurück, deshalb übernahm er die Redaktion der „Bamberger Zeitung“. Unter Hegels Regie zählte die „Bamberger Zeitung“ zu den bedeutendsten politischen Zeitungen in Deutschland. Doch bald fielen Hegels Artikel den bayerischen Zensurbehörden unliebsam auf und er wurde mehrmals wegen unerlaubter Veröffentlichungen ermahnt. Im Herbst 1808 verließ Hegel Bamberg in Richtung Nürnberg, wo er einen Lehrauftrag erhalten hatte. Zum Gedenken an den großen Philosophen wird von der Bamberger Uni jährlich eine Hegel Woche abgehalten.
Am 19. Juni 1807 genehmigte der Kurfürst die Errichtung einer evangelischen Pfarrei, mit der aufgelassenen Stiftskirche St. Stephan als Pfarrkirche.
Zur Erhaltung der gut gepflasterten Straßen Bambergs, wurde ab 1807 ein Pflasterzoll erhoben.
Mit der „ Konstitution für das Königreich Baiern“ erhielt Bayern am 01. Mai 1808 seine erste Verfassung. Sie sollte die Reformen die, Bayern zu einem modernen Staat mit einer modernen Verwaltung machten, absichern und eine konstitutionelle Monarchie begründen. Die neue Verfassung trieb die Entwicklung eines selbstbewussten Bürgertums auch in Bamberg voran.
Das Stadttheater erhielt 1808 am Schillerplatz ein neues Haus. Der klassizistische Bau wurde von Freiherr Ferdinand von Hohenhausen ausgeführt. Der Gründer des Theaters, Reichsgraf Julius von Soden berief am 1. September E.T.A. Hoffmann als Musikdirektor nach Bamberg. Doch konnte der studierte Jurist die Erwartungen an einen Musikdirektor nicht erfüllen und so waren die Tage Hoffmanns in Bamberg nicht gerade glücklich zu nennen. Er musste sich als Kapellmeister, Dichter, Bühnenmaler und Musiklehrer, verdingen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zwar fand das Bürgertum schnell Gefallen an dem bunten Vogel Hoffmann, aber erst später erkannten die Bamberger, welch hellen Geist die Stadt beherbergt hatte. Trotz der Umstände oder gerade deswegen entstanden hier einige der bekanntesten Werke des romantischen Dichters. (Ritter Gluck; Der Goldene Topf; Don Juan; Johannes Kreisler's, des Kapellmeisters musikalische Leiden; Nachrichten von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza; Aurora; Undine). Hoffmann scheint froh gewesen zu sein, dass er am 21. April 1813 Bamberg in Richtung Dresden verlassen konnte. In seinem Tagebuch bezeichnete er seine Jahre in Bamberg als „die boeseste aller Zeiten“.
Am 5. Koalitionskrieg von April bis Oktober 1809 war Bamberg erneut nur am Rande beteiligt. Im Juni zogen kurzzeitig österreichische Truppen in Bamberg ein und forderten Requisition und Kriegskontribution. Das Geld, Pferde, Tabak, Leinwand und Schuhe sollten binnen sechs Stunden bereitstehen. Kurz nachdem die Österreicher abgezogen warn, erreichten französische und bayrische Truppen die Stadt. Diese mussten zwar auch einquartiert werden, doch wurde die Stadt nicht so stark belastet wie in den vorangegangenen Koalitionskriegen.
Ab 1809 wurde die „Bamberger Zeitung“ unter dem Titel „Fränkischer Merkur“ wieder aufgelegt. Einer der Redakteure war der Schriftsteller, romantische Dichter und Demokrat Dr. Friedrich Gottlob Wetzel, der von 1809 bis zu seinem Tod am 29. Juli 1819 in Bamberg wohnte.
Ab 1810 befand sich in der "Alten Maut", heute Grüner Markt 5, das bayerische Zoll,- und Mautamt.
Nach seiner Ausbildung und langen Reisen durch Deutschland ließ sich 1810 der Maler und Zeichner Friedrich Karl Rupprecht in Bamberg nieder. Er fertigte viele detailreiche Stiche der Stadt an und beteiligte sich rege am Bamberger Kulturbetrieb. Er wirkte aber auch an der Stilbereinigung des Domes, die König Ludwig I. 1820 initiiert hatte, mit.
1811 lag die Einwohnerzahl Bambergs bei 17095.
1811 wurde St. Anna, die Klosterkirche des 1805 aufgelösten Franziskanerklosters an der Schranne, abgebrochen. Der U-förmige Konvents Bau von 1716 blieb erhalten. Nun aber regte sich Widerstand gegen die Abrisswut der bayerischen Regierung und so konnten Bamberger Bürge, durch ihren Protest, den Abriss der Jakobskirche sowie der Sebastianskapelle verhindern.
1812 wurde das ehemalige Drudenhaus, auch Hexen- oder Malefizhaus genannt, abgebrochen. Das Haus war zur Zeit der Hexenprozesse erbaut worden und diente einzig dem Zweck, Hexen und Hexer einzukerkern und zu foltern.
Von 1812 bis 1817 lehrte der Entdecker des Ohm’schen Gesetztes Georg Simon Ohm am Alten Gymnasium in Bamberg.
Im Laufe des Russlandfeldzuges von Napoleon 1812 und den darauffolgenden Befreiungskriegen 1813 - 1815 war Bamberg erneut von Einquartierungen und Requirierungen betroffen. Zunächst hielten sich französische und bayrische Truppen, die in Franken für Napoleons Russlandfeldzug zusammengezogen worden waren, in Bamberg auf. Auch der französische Kaiser kam, mit seiner Garde, am 14. Mai 1812 durch Bamberg und zog dann nach Bayreuth weiter. Nach Napoleons Niederlage vor Moskau waren Truppen aus allen Koalitionsländern wie Preußen, Russland, Österreich in der Stadt untergebracht. Des Weiteren war Bamberg ein wichtiger Lazarettstandort, doch von direkten Kampfhandlungen blieb die Stadt verschont.
Mit dem Matrikel-Gesetzt von 1813 sollten die jüdischen Bürger den Christlichen gleichgestellt werden. Juden durften wieder handwerkliche Berufe ergreifen, was ihnen seit 1215 verwehrt worden war. Auch durften jüdische Kinder nun öffentliche Schulen besuchen. Im Gegenzug mussten die Juden sich einen deutschen Nachnamen wählen und sich in eine Liste, eine Matrikel, eintragen. In Bamberg trugen sich 69 jüdische Familien mit ihrem neuen Nachnamen in diese Liste ein. Diese Anzahl wurde alsbald zur Norm erhoben und es durften sich nie mehr als 69 Familien in Bamberg ansiedeln, ein Grund weshalb viele Bamberger Juden nach Amerika auswanderten.
Am 21. Juni 1814 wurde Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach als Richter an das Appellationsgericht in Bamberg versetzt, wo er bis Januar 1816 seinen Dienst versah. Feuerbach galt und gilt als der Schöpfer des deutschen Strafrechtes. Er hatte die Vorlage für das bayerische Strafgesetzbuch, welches 1813 in Kraft trat, ausgearbeitet. Auf seiner Arbeit fußt das heutige Strafgesetzbuch.
Zum Ende der Napoleonischen Kriege 1815 musste die Stadt über das Jahr verteilt 200.000 Soldaten beherbergen.
Um die Mittagszeit des 1. Juni 1815 ereignete sich der Bamberger Fenstersturz. Der französische Marschall, Freund und Vertraute Napoleons sowie Schwiegersohn des Herzogs Wilhelm in Bayern, Alexandre Berthier stürzte unter mysteriösen Umständen aus einem Fenster im dritten Stock der Neuen Residenz zu Tode. Nachdem Napoleon von Elba geflohen war, war Berthier zwischen die Fronten geraten und in Bamberg festgesetzt worden, da man befürchtete, dass er sich Napoleon wieder anschließen könnte. Ob Berthier gestoßen wurde oder ob er freiwillig aus dem Leben schied, war lange Zeit umstritten, doch aufgrund seiner langjährigen Depression ist sein Freitod wohl am wahrscheinlichsten.
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