DIE GESCHICHTE BAMBERGS DURCH DIE JAHRHUNDERTE

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Bambergs Weg durch die Jahrhunderte

Im Jahr 1973 feierten die Bamberger Bürger das tausendjährige Bestehen ihrer Stadt. Doch die Besiedelungsgeschichte des Felssporns an den Ausläufern des Steigerwalds, auf dem der Domberg liegt, reicht bis in die Bronzezeit zurück. Die Entwicklung der Stadt Bamberg von einer kleinen Burg zu einem Zentrum des Ostfränkischen Reiches, bis hin zu einem Fürstbistum möchte ich hier bis in die Neuzeit dokumentieren.
Um dies möglichst objektiv zu tun und damit Sie eine möglichst breite Basis für eigene Forschungen vorfinden, werde ich meine Webseite mit nützlichen Links, Hinweisen zu Literatur und historischen Quellen erweitern. Sollten Sie Anregungen und Tipps für mich haben, zögern sie nicht, mich via Email zu kontaktieren.
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1237 - 1298 Die Epoche Bambergs im Rampenlicht der Reichsgeschichte geht zu Ende (01.03.2021)

Nach dem Tod Ekberts 1237 wurde Siegfried von Öttingen dessen Nachfolger, doch resignierte dieser nach wenigen Monaten auf dem Bischofsstuhl und übergab sein Amt an Poppo von Andechs Meranien (1237 - 1242). Poppo sollte der Bischof aus dem Hause Andechs Meranien in Bamberg sein. Der ehemalige Dompropst war bei seinem Amtsantritt schon recht betagt und seinem Amt nicht mehr gewachsen. Zwar konnte er die Burgen Niesten und Giech, sowie das Grafengericht des Radensgau, welches die Landesgerichtsbarkeit für die Diözese innehatte, gewinnen. Dennoch brachte er das Bistum in starke finanzielle Bedrängnis und musste sich hoch verschulden. Am Ende wurde er 1242 wegen Verfehlungen im Amt durch ein kaiserliches Gericht abgesetzt.
Mit ihm endete die Zeit der Andechs Meranier als Bischöfe in Bamberg und die Stadt büßte ihre hervorgehobene Stellung im Reich ein. Dafür erstarkte das Bamberger Bürgertum nicht zuletzt wegen der prosperierenden Gärtnerkultur, Handelsprivilegien und der zahlreichen Handwerke in der Stadt.

1237 wurde das Katharinenspital, auch "Hospital des Hl. Martin außerhalb der Mauern von Bamberg" genannt (Nürnberger Str. 15-17, heutiger Katharinenhof), erstmals urkundlich erwähnt. Eine frühere Gründung ist möglich.

Im Mai / Juni wählte, auf Druck Friedrichs II., das Bamberger Domkapitel Heinrich I. von Bilversheim (1242 - 1257) zum neuen Bischof in Bamberg.

Dieser hielt 1243 eine erste Diözesansynode ab.

1245 gewährte der Kaiser der Stadt einen dreiwöchigen Jahrmarkt. Welcher anlässlich der Domkirchweih im Mai abgehalten wurde. Der Jahrmarkt brachte erneutes Wachstum für die Stadt. Vor allem die Regnitzinsel profitierte, denn die Wahren für diesen Jahrmarkt wurden zum Teil in der Stadt selbst hergestellt oder in den umliegenden Gärten produziert.

Bischof Heinrich I. war zunächst ein treuer Gefolgsmann Kaiser Friedrichs II., der schon lange im Streit mit Papst Innozenz IV. um die Vorherrschaft im Reich lag. Doch nachdem der Kaiser 1245 vom Konzil von Lyon abgesetzt worden war wurde Heinrich I. zum Parteigänger des Papstes. Zum Dank wurde er vom Papst zum Bischof von Bamberg geweiht und das Bistum endgültig aus dem Mainzer Metropoliten-Verband herausgelöst und Rom direkt unterstellt.

Mit dem Tod des letzten männlichen Andechs Meraniers Herzog Otto II. 1248 begann der Kampf um das Erbe dieses mächtigen Adelsgeschlechtes. Im Zuge dessen gelang es dem Bamberger Bischof das alte Grafengericht im Radenzgau wieder für sein Bistum zu sichern.

Mit dem Tod Friedrichs II. 1250 endete die Dynastie der Staufer auf dem deutschen Königsthron und eine Zeit politischer Unruhen brach herein (Interregnum).
Für die Stadt Bamberg ging eine Epoche im Rampenlicht der Reichspolitik zu Ende und Reichstage sowie Herrscherbesuche wurden immer seltener.

1251 ging Besitz und Verwaltung der Altenburg vom Stift St. Jakob an den Bamberger Bischofsstuhl zurück. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhundert ließen die Bischöfe die Burg zu einem ansehnlichen Bischofssitz, aber auch einer Trutzburg gegen die aufstrebende Bürgerschaft in Bamberg ausbauen. Die Bamberger Bischöfe folgten damit dem Trend der Zeit in dem sich die Fürsten aus den Stadtzentren zurückzogen und ihre Behausungen, wenn nicht außerhalb der Städte doch an den Stadtrand, verlegten.

1257 verstarb Bischof Heinrich I. in Kärnten. Sein Nachfolger Wudezlaus von Schlesien sollte die Rechte Bambergs im Erbfolgestreit um den Besitz der Andechs Meranier wahren. Da er ein Großneffe Bischofs Ekbert gewesen war hielt man ihn dafür prädestiniert doch legte er sein Amt bald wieder nieder.

Der nächste Kandidat war Berthold von Leiningen (1257 - 1285), er wurde aus demselben Grund wie Wudezlaus gewählt. Und tatsächlich gelang es dem Großneffen Bischof Poppos, den Erbstreit 1260 mit dem Langenstädter Vertrag beizulegen.

Im selben Jahr trat Hugo von Trimberg (1260 - 1309) sein Amt als Rektor an der Stiftsschule St. Gangolf in der Theuerstadt an. Neben Lateinbüchern für den Unterricht verfasste er den "Renner", ein Kultur- und Sittenbild in 24472 Verse. Der "Renner" sollte ein Leitfaden für ein christliches Leben sein und erfreute sich großer Beliebtheit.

Zwischen den Stadtbürgern, Cives genannt, und den Bewohnern der geistlichen Bezirke, den sogenannten Muntätern, kam es schon oft zu Spannungen, doch nun verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Stadt und Domberg zusehens. Die Stellung des Bamberger Bischofs war zu dieser Zeit so geschwächt, dass er im Jahr 1261 dem Domkapitel die althergebrachte Steuerfreiheit für die Bewohner des Domstifts und die Nebenstifte bestätigen musste. Dem Domkapitel gelang es zudem, die Rechte der Immunitäten weiter auszubauen. Der Bischof verlor die einträglichen Einnahmen aus der Niederen-Gerichtsbarkeit in den Immunitätsbezirken. So musste der Bischof seinen Geldbedarf bei den Bürgern der Stadt decken, was deren Steuerdruck deutlich erhöhte. Dies wiederum verschärfte die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Bischof. Um die Lage zu entschärfen, legte Berthold 1275 die gegenseitigen Ansprüche bezüglich Steuern, Wohnrecht, Gerichtsbarkeit und Marktrecht in neuen Statuten fest.
Dennoch verließen vornehmlich Wohlhabende Kaufmannsfamilien, zumeist in Richtung Nürnberg, die Stadt. Denn die wahre Macht in Bamberg hatte das Domkapitel es sei denn es musste sich mit einem starken Bischof auseinandersetzten.

1273 ließen sich die Karmeliter in Bamberg nieder. Ihr erstes Kloster lag in der Au auf der Regnitzinsel.

1274 erhalten die Franziskaner erstmals Predigt.- und Beichtvollmacht in der Bamberger Diözese.

Ab rund 1275 sind im Bistum Bamberg Weihbischöfe, auch Wanderbischöfe genannt, nachgewiesen. Sie hatten die Aufgabe den Bischof in seiner Abwesenheit zu vertreten, wurden vom Bischof eingesetzt und besoldet. Wobei sie nicht an ein Bistum gebunden waren, denn bis ins 15. Jahrhundert war es durchaus üblich, dass ein Weihbischof mehreren Bistümern diente. Der erste Bamberger Weihbischof war Heinrich von Streitberg, er wirkte auch in Würzburg, Mainz, Konstanz und Halberstadt.

Nach dem Tod Berthold von Leiningens 1285 verzichtete Manegold von Neuenburg in Rom auf das ihm angetragene Bischofsamt, woraufhin Papst Honorius IV. 1286 Arnold von Solms (1286 - 1296) zum neuen Bamberger Bischof ernannte. Zunächst gelang es Arnold das Bistum zu vergrößern, doch in seinem letzten Regierungsjahr musste er Burgen und Güter verpfänden um Schulden des Bistums zu begleichen. Zu den positiven Aspekten seines Pontifikats gehörte die Förderung von Spitälern und Klöstern durch Ablässe und Spenden.

1291 beansprucht Arnold das alleinige Recht zum Bau der Stadtmauern und das Recht Türme und Tore zu bemannen, was die Stadtbevölkerung gegen ihn aufbrachte.

Im gleichen Jahr bildete das Brauereihandwerk erstmals das stärkste Gewerbe der Stadt, anscheinend wurde damals schon der Ruf Bambergs als Bierhauptstadt begründet.

Während der Regentschaft von Leupolds I. von Gründlach (1296 - 1303), er hatte 1296 das Amt des Bischofs übernommen, kam es am 28. Juli 1298 zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung der Stadt. Auslöser war das Gerücht, dass die Juden Hostien geschändet hätten. Dies wurde im gesamten fränkischen Raum zum Anlass genommen Juden grausam zu misshandeln und zu ermorden. In Bamberg fielen dem sogenannten Rintfleisch-Pogrom 135 Juden zum Opfer, in ganz Franken 4000 - 5000.

Links
Jahrmarkt: RI V,1,1 n. 3481, in: Regesta Imperii Online, (Abgerufen am 28.02.2021).

Tod Otto VIII. von Andechs Meranien: RI V,2,4 n. 11543a, in: Regesta Imperii Online,(Abgerufen am 28.02.2021).

Heinrich I. von Bilversheim (PDF):

Johannes Mötsch, Langenstadter Spruch, 14. Dezember 1260, publiziert am 26.05.2009; in: Historisches Lexikon Bayerns.

Rundfleisch-Progrom

Der Renner

Der Renner in der Bearbeitung des Johannes Vorster Gîtikeit.jpg
Der Renner. Von Johannes Vorster - Universitätsbibliothek Heidelberg Gemeinfrei, Link