DIE GESCHICHTE BAMBERGS

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18. Jahrhundert

1700-1708 wurde die Langgaß Kaserne am heutigen Schönleinsplatz für 400 Mann Besatzung, nach Plänen von Leonhard Dientzenhofer, errichtet. Die Kaserne musste 1892 der heutigen Bebauung weichen.

1700 beauftragte Abt Christoph Ernst von Guttenberg, Leonhard Dientzenhofer die Klosterkirche auf dem Michelsberg mit einer barocken Fassade zu versehen.

Um die Bautätigkeit in Bamberg anzukurbeln erließ Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn am 13. März 1700 ein Dekret welches Steuererleichterung für Bauherren in Aussicht stellte. Die Dauer der Steuerbefreiung hing von der Anzahl der Stockwerke und dem verwandten Baumaterial ab. Einstöckige Neubauten sowie offenes Fachwerk wurde gänzlich verboten. Für ein zweistöckiges verputztes Fachwerkhaus gab es sechs Jahre, für ein dreistöckiges Steingebäude hingegen zwanzig Jahre Steuerbefreiung. Preisnachläse auf Baumaterialien oder kostenloses Bauholz aus den Staatsforsten taten ihr Übriges um den Umbau der mittelalterlichen Stadt in eine Barocke Residenz voranzutreiben.

Neben dem Bischof beteiligten sich auch Bürgerliche am Baugeschehen in der Stadt. So ließ der Fürstbischöfliche Geheimrat Johann Ignaz Tobias Böttinger (1675-1730) am Fuße des Stephansberges zwischen 1707 und 1712 ein Palais errichten, das sogenannte Böttingerhaus. Es war zu dieser Zeit das größte Bürgerhaus der Stadt und übertraf selbst die Domherrnhöfe. Dennoch sollte der Hofbeamte bald wieder umziehen, da der Bau Aufgrund des beengten Baugrundes und zahlreicher Baumengel kaum zu nutzen war.

1707-1709 gestaltete der Würzburger Hofmaler Melchior Seidl den Kaisersaal in der Neuen Residenz mit Fresken aus.

1709-1711 entstand, nach Plänen von Johann Dientzenhofer, am Grünen Markt 14 das nach seinem späteren Besitzer benannte Raulinohaus. Johann Peter Raulino war Inhaber einer Rauch- und Schnupftabak Firma in Bamberg.

1710 wurde Zigeunern, bei Androhung der Todesstrafe, verboten das Gebiet des Bamberger Hochstifts zu betreten.

1711-1718 schuf Baumeister Johann Dientzenhofer in Pommersfeld, 21 Kilometer südwestlich von Bamberg, die fürstbischöfliche Sommerresidenz Schloss Weißenstein. Die Dreiflügelige Anlage gilt als Gründungsbau des fränkischen Barock, besonders das Treppenhaus, welches in seiner Form erstmal so in Deutschland ausgeführt wurde, sticht hervor.

1711 beginnt auch in der Oberen Pfarre die Barockisierung des Kircheninnenraumes. Für die Stuckarbeiten zeichnette Johann Jakob Vogel verantwortlich.

Am 22. Dezember 1711 wurde Karl VI. zum römisch deutschen Kaiser gewählt, was er unter anderem auch der Unterstützung von Fürstbischof Lothar Franz zu verdanken hatte.

Der zwischen 1711 und 1718 erbaute Rotenhan Palais in der Kapuzinestr. 25, heute Universitätsgebäude, wird dem Architekten Johann Dientzenhofer zugeschrieben.

1712 begannen umfangreiche Umbauarbeiten auf dem Michelsberg, die sich über mehrere Jahrzehnte hinziehen und dem Kloster sein heutiges barockes Aussehen verleihen sollten.

Am 10. November 1712 ließ Lothar Franz ein offenes Patent in allen Orten des Fürstbistums anschlagen, in dem er die Übergriffe auf Juden verurteilte und unter Strafandrohung verbat. Unter diesem Schutz durch die Obrigkeit konnte sich die jüdische Gemeinde im Bistum erholen.

1713 konstituierte sich an der Oberen Pfarre die Sebastians Bruderschaft. Bruderschaften waren Träger der bürgerlichen Frömmigkeit und bemühten sich um einen tadellosen Lebenswandel ihrer Mitglieder.

Giovanni Francesco Marchini schuf 1714 die imposante Scheinkuppel in der Martinskirche, die erste dieser Art in Deutschland.

1714-16 wurde das Bibra Palais auch Bibra Haus genannt in der Unteren Karolinenstraße 11 von Johann Dientzenhofer errichtet. Wie nahezu alle Bauten der Schönbornzeit zitiert es die Architektur der Neuen Residenz, natürlich ohne diese übertreffen zu wollen.

1715 stiftete Friedrich Rosenzweig die Kreuzigungsgruppe, die von Leonhard Gollwitzer ausgeführt wurde, auf der Oberen Brücke.

1716-1722 errichtete Johann Dientzenhofer das Wasserschloss Concordia. Sein Auftraggeber Geheimrat Ignatz Böttinger brauchte, nachdem sein Palais in der Judengasse Aufgrund von zahlreichen Baumängeln für seine große Familie - 12 Kinder- untragbar geworden war, eine neue Bleibe.

1717 ließen sich die Englischen Fräulein am Holzmarkt in Bamberg nieder. Im selben Jahr richteten sie hier eine Elementarschule für Mädchen ein und zwischen 1724 und 1727 entstand an selbigen Ort ihre Institutskirche. Ab 1736 wurden großzügige Wohn- und Schulgebäude errichtet.

Ein Erlass vom 12. August 1718 untersagte Betteljuden die Einreise ins Hochstift Bamberg.

1718 wurde die heutige Kaiserdom Brauerei in Gaustadt gegründet, erster Brauhaus Besitzer war Georg Morg.

1719 gründete der Domherr Franz Friedrich von Greifenklau eine Brauerei am Laurenziplatz auf dem Kaulberg. Trotz häufigen Besitzerwechsels besteht die Brauerei Greifenklau bis heute und ist Teil der Bamberger Bierkellerkultur.

Am 28. August 1720 erließ der Bischof ein Erlass gegen Bettler, Vagabunden, Müßiggänger und Kriminelle.

1722 - 1723 erhielt die Klosterkirche des Michelsberges seine heutige geschwungene Freitreppe zum barocken Kirchenportal. Die Pläne stammten von Johann Dientzenhofer der schon am Bau des Portals beteilig war, der Figurenschmuck stammt vom Bildhauer Leonhard Gollwitzer.

1724 ließ Abt Anselm Geisendörfer den Chor der Klosterkirche St. Michael erhöhen, sowie eine Sakristei und die Marienkapelle anbauen. 1729 - 31 wurden die Sepultur (Grablege) am südlichen Querhausarm durch eine Heiliggrab-Anlage ersetzt. Das Bildprogramm des Totenspiegels an der Decke der Kapelle wurde wohl nach Plänen des Abts selbst ausgeführt.
Des Weiteren ließ er, von dem Hofschreiner Servatius Brickard, mehrere neue Altäre sowie 1630 ein neues Chorgestühl mit 40 Sitzplätzen in den gotischen Chor einfügen. Der begabte Kunstschreiner arbeitete auch an der Neuen Residenz, dem Schloss Seehof und in dem Schloss in Pommersfeld, doch das Chorgestühl ist wohl eines seiner Hauptwerke.

1726 ließ Lothar Franz am Rappeltschen Haus, Ecke Grüner Markt, Langestraße, an Stelle von hölzernen Verkaufsbuden, durch Christoph Grump und J. Kaspar Strauß, eine Altane (Söller, Balkon) als Verkündungskanzel anbringen.

Bonaventura Joseph Mutschele wurde 1728 in der Nähe von St. Gangolf geboren. Er war der begabteste Spross der Bamberger Bildhauerfamilie Mutschele und wurde Hofbildhauer des Zaren von Russland.

Nach dem Tod von Lothar Franz von Schönborn 1729 trat sein Neffe Friedrich Karl von Schönborn dessen Erbe als Fürstbischof in Bamberg an. Im Mai übernahm er auch das Bistum Würzburg, somit waren die Mainfränkischen Bistümer wieder in einer Hand vereint. Im Herbst kamen seine Brüder Kurfürst Franz Georg von Trier, Kardinal Damian Hugo Bischof von Speyer und Marquard Wilhelm Dompropst zu Bamberg und Eichstätt in seine Residenzstadt um ihm das Pallium, als Zeichen der Verbundenheit Roms mit seinem Bistum, zu überreichen. Im Gegenzug weihte Friedrich Karl seinen Bruder Franz Georg zum Priester und zum Bischof von Trier.

Für die Umbauarbeiten im Schloss Seehof 1729-1738 zeichneten Balthasar Neumann (Orangerie), Johann Michael Küchel (Wachpavillon, Torgebäude) und Justus Heinrich Dientzenhofer verantwortlich. Vor allem der neugestaltete Park mit Heckentheater, Seen, Wasserkaskaden, Terrassen und über 400 Figuren gehörte er zu dem bekanntesten Europa.

Friedrich Wilhelm I. von Preußen und sein Sohn Kronprinz Friedrich von Preußen logierten am 19. Juli 1730 in Bamberg.

1730 begannen unter Beteiligung von Balthasar Neumann die Planungen zum Neubau eines Klostergebäudes für die Dominikaner am linken Ufer der Regnitz. 1732 war die Grundsteinlegung, 1734 konnten die ersten Mönche einziehen, 1743 waren alle Bauarbeiten abgeschlossen.

1732 entstand am heutigen Maxplatz, rechts neben Alt St. Martin ein neues Gebäude für ein modernes Priesterseminar nebst eines Hofes für den Weihbischof (heute Neues Rathaus). Vollendet wurde der von Neumann und Dientzenhofer geplante dreiflügelige Bau von Johann Jakob Michael Küchel.

Der letzte Dientzenhofer Baumeister in Bamberg Justus Heinrich baute 1732 an der Nonnenbrücke 1 ein Wohnhaus für seine Familie. Auch andere Hofbaumeister errichteten Privathäuser für ihre Familien. So baute 1739 der Hofbaumeister Johann Jakob Michael Küchel in der Langen Straße 37 ein repräsentatives Gebäude. Die Häuser der Architekten waren vom Fürstbischof gefördert worden und legten Zeugnis über deren Können ab.

1733 wurde der Neubau des Kapitelhauses am Dom fertiggestellt. Der Barockbau nach Plänen von Baltasar Neumann umschließt den Frühgotischen Kreuzgang des Vorgängerbaues. Seit 1966 befindet sich dort das Diözesanmuseum.

1734 wurde das Osttor der Domburg abgebrochen, sodass dann durch Abtragung und Aufschüttung ein bequemerer und repräsentativerer Zugang zum Domberg und zur Residenz des Fürstbischofs geschaffen wurde. Die Neue Residenz war der Abschluss einer Achse von der Königstraße über die Seesbrücke durch die heutige Fußgängerzone über die Untere,- oder Oberebrücke zum Dom.

1735 erweiterte Friedrich Karl die Bamberger Universität um eine juristische Fakultät, die als erste in Deutschland einen Lehrstuhl für Staatsrecht hatte.

1737 lebten 48 jüdische Familien in Bamberg.

1738 wurden das Kathrinen- und das Elisabethenspital in den "Vereinten Bürgerspitälern" zusammengeführt. Das neue Spital zog in das von Baltasar Neumann neugebaute "Krackhardt-Haus", links neben Alten Martinskirche - heute Max Platz, ein.

1738 stiftete der Domkapitular Jodocus Bernhard von Aufsees, nahezu sein gesamtes Vermögen in Höhe von 300.000 rheinischen Gulden, zu Gunsten eines Schülerwohnheimes. Das nach ihm benannte Aufseesianium konnte schon 1741 die ersten 36 Schüler aufnehmen.

1739 wurde die Untere Brücke von Balthasar Neumann in einer Bauzeit von nur einem Jahr komplett neu erbaut. Die über fünf Bögen geschlagene Steinbrücke mit ihrem Figurenschmuck nahm, wie fast alle Brücken der Stadt, bei dem Hochwasser von 1784 schweren Schaden.

1742 wurde der Schlachthof am Kranen nach Plänen von Paulus Mayer als Ergänzung zum ersten Schlachthaus etwas Flussaufwärts neugebaut. Das Barocke Gebäude wurde teils in die Regnitz gestellt, sodass Schlachtabfälle direkt in den Fluss entsorgt werden konnten. Im neuen Schlachthaus konnte auch Großvieh geschlachtet werden, u.a. Rinder aus Ungarn.

1743 erhielt Peter Benkert den Auftrag für die Untere Brücke 6 Steinstatuen anzufertigen. Von den 1745 aufgestellten Figuren blieb nur die Hl. Kunigunde erhalten, die anderen verschwanden im Laufe des 19. Jahrhundert.

Aber auch das Terrain um das Alte Rathaus sollte dem Repräsentativen Anspruch der Fürstbischöfe genügen und so ließ Friedrich Karl das mittlerweile etwas heruntergekommene Schloss Geyerswörth als Amtsgebäude wiederherrichten.

1744-1756 erfolgte der Umbau des Alten Rathauses nach Plänen von Michael Küchel. Von den Umbaumaßnahmen blieb nur das Rottmeisterhaus ausgenommen. Die Barockfassade stammt von Johann Anwander. Der Schmuck der beiden Altane am erhöhten Rathausturm wurde von Bonaventura Joseph Mutschele und seinen Brüdern in Stein gehauen. Die Turmuhr steuerte Leopold Hoyß bei.

Ab 1746 gab es eine regelmäßige Frachtschifffahrtslinie zwischen Bamberg und Würzburg.

Mit dem Heimgang Friedrich Karls am 25. Juli 1746 ging eine Zeit der architektonischen Blühte in Bamberg zu Ende. Seine Nachfolge trat Johann Philipp von Frankenstein (1746 - 1753) an.

Der neue Fürstbischof reformierte das Beamtentum im Hochstift und schloss eine Vereinbarung mit dem Domkapitel, welche die seit Jahrhunderten schwelenden Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bischof und Domherren endgültig beilegte.

1747 brannte das 1732 errichtete Zucht- und Arbeitshaus in der Königstraße komplett aus, einige Insassen hatten es in Brand gesteckt. Ein Neues wurde 1753 auf dem Grund des ehemaligen Elisabethenspitals errichtet. Der Fürstbischof vermietete die Räume nebst lebendem Inventar an Unternehmer. Die billigen Arbeitskräfte mussten u.a. Brillen,- und Brenngläser herstellen, ums sich die Arbeit zu erleichtern erfanden zwei von ihnen eine spezielle Schleifmaschine. Später wurden zwei Spinnsäle eingerichtet. Noch heute dient das Gebäude als JVA und wird im Volksmund "Cafe Sandbad" genannt.

Am 30. August 1747 erließ Bischof Frankenstein eine Verordnung, nach der keinem Juden mehr Schutz gewährt werden sollte der nicht eine gewisse Summe als Besitz nachweisen könne. Die jüdische Gemeinde musste für die Liquidität ihrer Mitglieder bürgen.

Ab 1749 begann der Stadtbaumeister Martin Mayer damit den im Kern Mittelalterlichen Turm des Alten Rathauses barock zu überformen und ihm sein heutiges Aussehen zu geben.

1750 wurden die Immunitäten (St. Stephan, St. Gangolf, St. Jakob, Kaulberg) endgültig aufgelöst, alle Rechte gingen an den Fürstbischof. Die Stadt wurde in vier Bezirke eingeteilt die sich am Brückenrathaus trafen. Jedes Viertel hatte einen eigenen Bürgermeister und Ratsherren die vom Fürstbischof ernannt wurden und die Verwaltung, das Polizeirecht und die niedere Gerichtsbarkeit inne hatte.

Die den rechten Regnitzarm überspannende, vierbogige Seesbrücke wurde zwischen 1752 und 1757 nach Plänen von Johann Jakob Michael Küchel und Balthasar Neumann gebaut. Die zentrale Figurengruppe der Rokokobrücke wurde 1768 von Ferdinand Dietz beigesteuert. Sie galt als die "Königin der Brücken Frankens". Nur sechzehn Jahre später sollte die Brücke einem schrecklichen Hochwasser zum Opfer fallen.

1753 übernahm der betagte Franz Konrad von Stadion (1753-1757) das Fürstbistum, er verstarb jedoch nach vierjähriger Regentschaft, woraufhin Adam Friedrich von Seinsheim das Amt des Fürstbischofs (1757-1779) übernahm. Dieser verkörperte zwar noch einmal den Typ des spätbarocken Fürsten, war aber auch der Aufklärung zugeneigt.

Ab dem 1.Januar 1754 erschien das erste Bamberger Anzeigen und Nachrichtenblatt. Es wurde von Johann Gertner unter dem Titel "Hochfürstlich Bambergische wöchentliche Frag- und Anzeige Nachrichten" herausgegeben.

1756 erschütterte ein Erdbeben die Mauern Bambergs.

1757 erhielt der von Balthasar Neumann entworfene Garten der Neuen Residenz einen neuen Pavillon, errichtet wurde er von Michael Küchel. Die Gartenfiguren stammen von Ferdinand Dietz. Die mit Buchsbaum eingefassten Beete wurden 1809 mit Rosen bepflanzt und so entstand der heutige Rosengarten mit seinen rund 4500 Pflanzen.

1756 eröffnete Am Stephansplatz 5 die Präparanden-Schule als Vorbereitungsschule für Lehrkräfte.

1757 bezog der fürstbischöfliche Uhrmachermeister Leopold Hoys seine Dienstwohnung im Uhrmacherhaus am Unteren Bach. Von ihm stammte unter anderem die Rathausuhr mit einem bis dahin unbekannten Viertelstunden Schlagwerk.

Im Lauf des Siebenjährigen Krieges 1756 - 1763 zwischen dem "Alten Fritz" und Kaiserin Theresia fielen die Preußen viermal über Bamberg her. Erstmals bestürmten preußische Truppen am 31. Mai 1758 die Stadt. Sie brannten 58 Gebäude im Gärtnerviertel nieder, konfiszierten das gesamte Hof- und Kirchensilber. Während der Fürstbischof zu diesem Zeitpunkt schon nach Würzburg geflohen war. Nach dem Aufmarsch kaiserlicher Truppen am 10. Juni zogen die Preußen gezwungenermaßen wieder ab.

Am 16. Mai 1759 gaben die preußischen Generale Knobloch und Itzemplitz die Stadt erneut der Plünderung durch ihre Truppen preis und verlangten eine Kontribution von zwei Millionen Taler.

Trotz laufender Friedensverhandlungen kehren die Preußen am 20. November 1762 nach Bamberg zurück. General von Kleist forderte eine Million Reichstaler, 2000 einheimische Rekruten und 500 Pferde.

Am Ende des Krieges 1763 musste das Bistum teuer für seine Kaisertreue bezahlen, es blieb auf einer Million Gulden Kontributionen sitzen und musste dafür seine Besitzungen in Kärnten verkaufen. Die Stadt erholte sich nur sehr langsam von den Folgen der Besetzungen und Plünderungen des Siebenjährigen Krieges.

1765 - 1768 ließ Abt Hieronymus II. Held ein barockes Stadtpalais für die Ebracher Zisterzienser, den Neuen Ebracher Hof, am Unteren Kaulberg bauen.

Zwischen 1765 und 1773 wurden die Osttürme des Doms um ein Stockwerk erhöht um sie an die Westtürme anzugleichen. Außerdem erhielten die vier Türme einheitliche Turmhauben und der Dachreiter auf dem Langhaus wurde entfernt. Es sollte eine einheitliche Fernwirkung erzielt werden. Die Barockisierung der Ostfassade wurde zwar geplant doch wieder verworfen.

1767 übernahm Wolfgang Heller, Büttner zum Blauen Löwen, einige Gebäude in der Dominikanerstraße 6 und gründete eine Brauerei, das spätere "Schlenkerla" mit seinem berühmten Rauchbier.

1770 wurde das Jesuitenkolleg zur Volluniversität, zu den philosophischen-, theologischen-, und juristischen Fakultäten gesellte sich noch eine medizinische. Die Universität firmierte 1773 unter dem Namen Ottoniana Fridericiana.

1770 reduzierte Adam Friedrich von Seinsheim rigoros die Zahl der Feiertage, da dies weniger zur Andacht als vielmehr für Trinkgelage genutzt wurden.

1771 ließ der Fürstbischof die dem Dom zugewandte östliche Apsis von St. Jakob eine Barocke Fassade vorblenden. Im Zuge dessen wurde der südliche halbfertige Turm eingelegt und der nördliche mit einer Zwiebelhaube versehen. Eine der beiden Krypten war schon 1706 zugeschüttet worden, die zweite folgte jetzt. Für die Arbeit zeichnete vermutlich der Hofingenieur Johann Michael Fischer verantwortlich.

Die Aufhebungsurkunde des Jesuitenordens war am 16. August 1773 von Papst Klemens XIV. ausgestellt worden und traf im September 1773 auch in Bamberg ein. Zwar wurde die Auflösung des Ordens auch in Bamberg vollzogen, doch blieben die meisten Jesuiten in ihren Ämtern oder gingen in die Seelsorge. Auch auf die Universität hatte die Aufhebung der Gesellschaft Jesu Auswirkungen. Von nun an übernahmen meistenteils einheimische Professoren die Ausbildung der Studenten, was die Qualität und den Horizont der Lehre nicht gerade verbesserte.

1774 bezog das Militär die von Johann Georg Roppelt geplante Hauptwache. Der zweigeschossige barockbau mit Mansarddach und ehemals offenen Arkaden lag am Stadtgraben diesseits der Seesbrücke, heute Kettenbrücke. Ebenfalls wurde das barocke Riegeltor aus der Hauptwachstraße an den Steinweg verlegt.

Die 1743 in die berühmte Bamberger Malerfamilie Treu hineingeborene Maria Katharina Wilhelmina wurde 1776 zur Professorin an der Kunstakademie in Düsseldorf ernannt. Sie war eine der ersten Frauen in Deutschland die eine solche Stellung erreichte.

Ab 1776 begann Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim mit der Umgestaltung des Domplatzes. Zunächst ließ er den Domplatz planieren um dessen Neigung zu verringern. Als nächstes musste die Andreaskapelle einer Durchfahrt weichen. Die zwei übriggebliebenen Innenseiten der Kapelle bildeten nun den südöstlichen Abschluss der Alten Hofhaltung. Die oberen Geschosse der baufällig gewordenen Hohen Warte wurden bis auf die Kathrinenkapelle abgetragen und diese mit einem Notdach gedeckt. Außerdem fiel der größte Teil des Palas und weitere Fachwerkgebäude dem Abbruchhammer zum Opfer. Mit dem Bauschutt der Hofhaltung wurde der Stadtgraben zugeschüttet und die Promenade angelegt (heute ZOB). Des Weiteren wurde die Auffahrt zum Dom durch die Untere Karolinenstraße aufgeschüttet. 1779 fiel auch die Tattermannsäule, die von alters her vor der Alten Hofhaltung stand und den Nabel der Welt markierte, der Spitzhacke zum Opfer.

1779 übernahm Franz Ludwig von Erthal (1779-1795) den Fürstbischofstab. Der neue Fürstbischof war stark von der katholischen Aufklärung beeinflusst und führte ein asketisches und vorbildliches Leben. Wie sein Vorgänger leitete er die Bistümer Bamberg und Würzburg in Personalunion und reformierte Verwaltung und Schulwesen. Sein Grundsatz war "Der Fürst ist für das Volk, nicht das Volk für den Fürsten da", seine fortschrittliche Sozialpolitik machte ihn zum Musterbeispiel eines Fürsten des aufgeklärten Absolutismus.

1779 lebten in Bamberg 21000 Bürger davon waren 3000 registrierte Arme, 1624 Handwerker, 1400 Dienstboten, 1003 Gesellen, 208 Lehrlinge, 212 Ordensgeistliche und 162 Weltgeistliche

1782 fielen einige Hundert Menschen im Fürstbistum und der Stadt der sogenannten "Russischen Krankheit" zum Opfer.

Ein starkes Hochwasser mit schwerem Eisgang, zerstörte in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 1784 fast alle Bamberger Brücken und zahlreiche ufernahe Gebäude. Auch Seesbrücke mit all ihren Rokoko Figuren wurde zerstört und 15 Bürger die das Naturschauspiel auf der Brücke beobachteten fielen den Fluten zum Opfer. iErst 1961 wurde die von Ferdinand Tietz geschlafene St. Georgs Statue im Flussbett wiedergefunden. Auch die Unteren Brücke wurde stark in Mitleidenschaft gezogen von den sechs Brückenstatue blieb nur die Heiligen Kunigunde erhalten. Lange Zeit mussten die Bürger mit Provisorien aus Holz zurechtkommen bis alle Brücken wiederinstandgesetzt worden waren.

1784 erschiene von dem Historiker Philipp Wilhelm Gerken ein Bericht über Bamberg. Er beleuchtet vor allem die landwirtschaftlichen Aspekte der Stadt.

In der Veröffentlichung "Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken Teutschlands" von Friedrich Karl Gottlob Hirschland, er hatte Bamberg 1786 besucht, konnte man kaum Gutes über die Bibliothek und Universität Bambergs lesen.

Am 14. Dezember 1786 wurden Glücksspiele wie Lotto und Klassenlotterien verboten.

1787 waren in der Zunftrolle der Gärtner 386 Meister verzeichnet.

Zu den großen Errungenschaften Erthals gehört das 1789 eröffnete Allgemeine Krankenhaus. Das von Hofarchitekt Lorenz Fink in der Unteren Sandstraße erbaute Krankenhaus war eines der modernsten Krankenhäuser Europas und stand bis in die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts Pate für zahlreiche Krankenhaus-Neubauten in ganz Europa. Vor allem in der Krankenpflege war es ein Haus mit Vorbildcharakter, so wurden nur heilbare Patienten aufgenommen, es diente also nicht als Siechenhaus. Die Anordnung der zwischen 5 bis 10 Betten in den Zimmern folgte einem genauen Plan, der die Pflege erleichtern sollte. Vor allem auf Hygiene wurde besonderer Wert gelegt, was damals nicht unbedingt selbstverständlich war. Eine "Krankenschwester" war für die Pflege von Acht Patienten zuständig, die Verpflegung wurde auf jeden Patienten speziell abgestimmte. Erster Leiter des Krankenhauses war der Leibarzt des Fürstbischofs Dr. Adalbert Friedrich Marcus. Im Laufe der Zeit erfuhr das Krankenhaus zahlreiche An- und Umbauten und war bis 1984 in Betrieb. Heute befunden sich auf dem Gelände ein Welcome Hotel und das Stadtarchiv.
Auch die "Armenordnung" galt als so vorbildlich, dass sie nach der Säkularisation des Bistums von Bayern übernommen und erst durch die bismarcksche Sozialgesetzgebung abgelöst wurde.

In den Jahren 1789 - 1790 grassierte in der Stadt eine Faulfieberepidemie.

1790 brannte der Burgfried der Altenburg nach einem Blitzschlag völlig aus und war, bis der Altenburgverein sich 1820 seiner annahm, nicht begehbar.

1791 gründete Fürstbischof Erthal das Naturkundekabinett, die Keimzelle des heutigen Naturkundemuseums, als Beifügung zur Universität und Grundlage eines geplanten Lehrstuhles für Naturgeschichte. Das Museum war eines der ersten dieser Art in Deutschland und mit seinem fast ursprünglich erhaltenen klassizistischen Vogelsaal zählt es heute noch zu den schönsten weltweit.

Ab 1791 gab der französische Priester Gerard Gley die "Bamberger Zeitung" heraus. Von 1809 bis 1934 erschien die Zeitung unter dem Namen "Fränkischer Merkur", dann als "Bamberger Tageblatt".

Im gleichen Jahr schuf der Domkapitelschlosser Eustach Lindner das Eiserne Tor, welches den Abschluss der Residenzstraße, früher Locheygasse, bildete. Die Türen des Tores blieben nicht erhalten.

Neben anderen Reformen lag dem Fürstbischof auch die Neugestaltung der Justiz am Herzen. So erschien 1792 ein Entwurf zur "neuen bambergischen peinlichen Gesetzgebung", welche der Bamberger Hofrat und geheime Referendar in Justiz- und Gesetzgebungsgegenständen Matthäus Pflaum verfasst hatte. Das Werk fand großen Anklang unter den Rechtsgelehrten und wurde am 30. Dezember 1795 in Kraft gesetzt. Das neue Gesetzbuch verwirklichte die Forderungen der Aufklärer nach Humanismus, Rationalisierung und Säkularisierung des Strafrechts.

1792 brach der Erste Koalitionskrieg 1792 - 1797 aus. Dieser Konflikt zwischen dem revolutionären Frankreich auf der einen und Österreich und Preußen sowie einiger deutscher Kleinstaaten sollte das Ende der Fürstbistümer Bamberg und Würzburg einleiten.

1793 besuchen die Jurastudenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder Bamberg. Wackenroder schickt zahlreiche Briefe über seine Reisen an seine Eltern nach Berlin, allein sein Bericht über Bamberg füllt 36 gedruckte Seiten und manchen gilt sein Besuch des Bamberger Domes am 13. Juli 1793 als ein "Geburtstag der deutschen Romantik".

Am 30. November 1793 wurde Dr. Johann Lucas Schönlein in der Oberen Königstraße 7 geboren. Der Begründer einer naturwissenschaftlichen Methode in der Medizin war Professor in Würzburg und Zürich, später Leiter der medizinischen Klinik an der Berliner Charité. Wo er Leibarzt der preußischen Könige Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. wurde und so bedeutenden Ärzte wie Virchow beeinflusste. Später kehrte er in seine Heimatstadt zurück wo er am 23. Januar 1864 verstarb.

Am 15. Dezember 1794 gründete der Ingenieur Leopold von West eine Ingenieurs- und Zeichnungs- Akademie, diese wurde später der Universität angegliedert.

1794 stellte der Bildhauer Michael Trautman die sogenannte "Trautmannsmauer" als östlichen Abschluss des Domplatzes zur Stadt fertig.

Mit dem Tod Franz Ludwig Erthals am 14. Februar 1795 stieg der letzte große Fürstbischof Bambergs ins Grab. Die Regierungszeit seines Nachfolgers Christoph Franz von Buseck (1795-1802) war schon von der Französischen Revolution und Kriegswirren überschattet.

Zu dieser Zeit belief sich die Einwohnerzahl der Stadt auf 16000.

Im Zuge der Revolutionskriege wurde Bamberg 1796 von französischen Truppen, unter Marschall Jourdan besetzt und Offiziere und Mannschaften einquartiert. Zunächst blieb die Lage ruhig doch als Jourdan unerfüllbare Forderungen stellte und 20 Geiseln zu deren Durchsetzung nahm kippte die Stimmung in der Bevölkerung und so die Österreicher welche die Französischen Truppen am 30. August 1796 vertrieben freudig begrüßt.

1797 wurden die Bewohner Bambergs von einer Ruhrepidemie heimgesucht.

Am 17. November nahm Johann Wolfgang von Goethe quartier im Weißen Lamm in der Unteren Königstraße 28 und lobte die Stadt ob ihrer schönen Lage.

1799 waren 55 Brauhäuser auf dem Stadtgebiet angesiedelt, heute gibt es noch 11 Privatbrauereien in der Stadt.

Im Zweiten Koalitionskrieg wurde Bamberg 1799 erneut von den Franzosen besetzt, diese hielten Bamberg bis zum Friedensschluss von Lunèville am 3.April 1801 besetzt.