DIE GESCHICHTE BAMBERGS DURCH DIE JAHRHUNDERTE

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Bambergs Weg durch die Jahrhunderte

Im Jahr 1973 feierten die Bamberger Bürger das tausendjährige Bestehen ihrer Stadt. Doch die Besiedelungsgeschichte des Felssporns an den Ausläufern des Steigerwalds auf dem der Domberg, liegt reicht bis in die Bronzezeit zurück. Die Entwicklung der Stadt Bamberg von einer kleinen Burg zu einem Zentrum des Ostfränkischen Reiches, bis hin zu einem Fürstbistum möchte ich hier bis in die Neuzeit dokumentieren.
Um dies möglichst objektiv zu tun und damit Sie eine möglichst breite Basis für eigene Forschungen vorfinden, werde ich meine Webseite mit nützlichen Links, Hinweisen zu Literatur und historischen Quellen erweitern. Sollten Sie Anregungen und Tipps für mich haben, zögern sie nicht, mich via Email zu kontaktieren.
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1040 Bischof Suidger / 1046 Papst Clemens II.

Am 13. August 1040 verstarb der erste Bamberger Bischof Eberhart I. Er hatte dem Bistum 33 Jahre treu gedient, war ein enger Vertrauter Heinrichs II., sowie dessen Kanzler für das Reich und Erzkanzler für Italien. Diese Ämter hatte er bis zum Tod des Königs 1024 inne, doch unter König Konrad II. verlor er seine Ämter als Kanzler und an Einfluss am Königshof. Dennoch gelang es ihm die Bestätigung des Bamberger Bistums durch den neuen König, am 24. April 1034 zu erreichen.
Den verkanten Bischofssitz in Bamberg besetzt Heinrich III. (1039 - 1056), der Sohn und Nachfolger König Konrads II., mit seinem Kaplan dem sächsischen Adeligen Suidger. Unter den beiden Königen aus dem Hause der Salier waren Gebiete dem Bamberger Bistums entzogen und in Königsgüter umgewandelt worden. Da Suidger aber Heinrichs Mann war, blieben die Gebietsverluste unwidersprochen. 1046 nun begleitete Suidger Heinrich III. zur Synode von Sutri. Dort setzte der König am 20. Dezember drei rivalisierende Päpste ab und erhob an deren Stelle Suidger zum Papst, der sich fortan Clemens II. nannte. Am 24. Dezember 1046, bei der Synode in Rom, wurde der neue Papst in seinem Amt bestätigt und schon am folgenden Tag krönte er Heinrich III. zum Kaiser und dessen Gemahlin Agnes von Poitou zur Kaiserin.
Suidger behielt sein Bischofsamt in Bamberg. Er war der erste in einer langen Reihe von Päpsten die ebenso verfuhren. Er hatte sein Bistum nur ungern verlassen, da er Bamberg liebgewonnen hatte und sich um den Fortbestand des noch jungen Bistums sorgte. Die Anhänglichkeit Clemens II. an sein Bistum zeigt der Schutzbrief den er zwei Wochen vor seinem Tod am 09. Oktober 1047 im Thomaskloster bei Pesaro ausstellte. Hier bezeichnet er Bamberg als seine geliebte Braut, die er nur widerwillig verlassen habe. Des Weiteren stellt er Bamberg unter den Schutz Roms, bewegliche oder unbewegliche Güter sollten unbeschädigt bleiben und vor dem Zugriff von Kaisern, Königen, Herzögen, Markgrafen, Grafen, Vizegrafen, Erzbischöfen, Bischöfen, Äbten und allen anderen Personen Geschütz sein. Nach seinem Tod kehrte Clemens II., wie es sein Wunsch war, nach Bamberg zurück und wurde im Dom in vollem Ornat beigesetzt. Seine Gewänder waren 1942 dem Grab entnommen und restauriert worden, sie sind heute im Diözesanmuseum ausgestellt. Sein Sarkophag welcher zwischen 1232 und 1237 entstand befindet sich heute am Westchor (Peterschor) hinter dem Altar und ist das einzige Papstgarb, dass sich nördlich der Alpen befindet. Gerüchte über einen Giftmord an dem deutschen Papst konnten auch im Zuge einer kriminaltechnischen Untersuchung des Leichnams 1952 weder bestätigt noch widerlegt werden. Clemens II. war der zweite deutsche Papst und der erste von fünf deutschen Reform Päpsten die im 11. Jahrhundert den Wandel der katholischen Kirche vorantrieben. Den verwaisten Bischofssitz in Bamberg erhielt Heinrichs III. Kanzler Hartwig.
(Letzte Änderung 19.05.2019)