GESCHICHTE BAMBERGS

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531 Schlacht an der Unstrut
718 Umstrittene Erstnennung
850 Erste Kirche auf dem Domberg
902 Die Bamberger Fehde
964 König Berengar
973 Urkundliche Erstnennung

973 civitas papinberc

Die urkundliche Erstnennung Bambergs verdanken wir vor allem zwei Männern: Zum einen König Otto II. und dessen bayerischen Vetter Heinrich. Otto war seit dem 25. Dezember 967 Mitkaiser und nach dem Tod seines Vaters Otto I. ab dem 8. Mai 973 alleiniger König und Kaiser im Reich. Zwar vollzog sich die Herrschaftsübergabe reibungslos, doch regte sich bald Unmut bei denen, die sich ungerecht behandelt fühlten. Um nun diesem Gären zu begegnen, zog der neue König, wie damals üblich, durch das Reich und hielt Hoftage ab. Auf dem Hoftag von Worms stellte er am 25. Juni 973 jene Urkunde aus, die für Bamberg die Erstnennung in einem Rechtsdokument bedeutete. Dies gab der schon länger existierenden Ansiedlung Brief und Siegel. Der entscheidende Satz lautet: "... qualiter nos ob interventum dilectissimae genitricis nostrae Adalheid? caro nepoti nostro Baioariorum duci quoddam nostri iuris predium, civitatem videlicet Papinberc nominatam ... et Nendilin Vraha in comitatu Berahtoldi comitis Volcveld nuncupato sita nostra imperiali potentia in perpetu? usum proprietatis concessimus firmiterque donavimus ..." (1). Soll heißen: "Otto schenkt über Intervention seiner Mutter Adelheid seinem Verwandten, dem Herzog (Heinrich) von Bayern die Burg Bamberg und den Ort Stegaurach im Gau Volkfeld in der Grafschaft Bertholds mit allem Zubehör." (1).

Die ottonische Königsburg war also an Heinrich von Bayern übergegange. Dieser verhielt sich zunächst still, doch 974 verschwor er sich mit den Herzögen von Böhmen und Polen sowie Bischof Abraham von Freising gegen den König. Nach einigen Händeln, Exkommunikation, Niederlage, Inhaftierung und Exil musste Heinrich, der sich den Beinamen "Der Zänker" verdient hatte, sich bei Bischof Folkmar von Utrecht 978 in Haft begeben. Erst nach dem Tode Ottos II. 983 kam er wieder frei. Bis zu seinem Tod 995 blieb er seinem streitbaren Naturell treu, doch erst sein Sohn Heinrich II. sollte es auf den Thron schaffen.

Urkunde Ottos II. an Heinrich d. Zänker 001.jpg
Von Kaiser Otto II. - Scan aus Buch: Josef Kirmeier, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Heinrich II. 1002–1024, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2002. Augsburg 2002, S.33., Gemeinfrei, Link

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