GESCHICHTE BAMBERGS

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Um 1000 Heinrich IV. Herzog von Bayern heiratet Kunigunde

Herzog Heinrich IV. von Bayern heiratete um das Jahr 1000 Kunigunde von Lothringen (1). Sie war die Tochter des Grafen Siegfried I. von Lothringen und mit den Karolingern verwandt. Die Vermählung fand höchstwahrscheinlich im Mai 1000 statt (2)
Der Herr über eines der mächtigsten Fürstentümer im Reich hätte nahezu jede adlige Dame in Europa ehelichen können. Warum seine Wahl gerade auf Kunigunde fiel, ist unklar, doch für die innige Verbindung der beiden gibt es aber zahlreiche Hinweise in den Urkunden Heinrichs, in denen Kunigunde auffallend oft genannt ist.
Vielleicht wollte Heinrich eine Verbindung in den Westen des Reiches, da er im Osten ja schon mit den Sachsen verwandtschaftlich verbunden war. Er konnte nicht ahnen, dass ihm die Verbindung mit Lothringen zwei Jahre später, im Ringen um die Königskrone, zugutekommen würde.

Für Bamberg ist diese Hochzeit insofern wichtig, als das Heinrich Bamberg zu Kunigundes Morgengabe macht um ihr Auskommen nach seinem Tod abzusichern.


1002 Heinrich von Bayern wird Deutscher König / Anfänge des Bistums Bamberg

Mit der Thronbesteigung begann Bambergs Aufstieg zu einem Zentralort im Deutschen Reich. Dafür, dass Heinrich hier ein neues Bistum errichten wollte, können mehrere Gründe angeführt werden.
- Während der Synode, welche die Bistumsgründung absegnen sollte, führte Heinrich die Slaven-Bekehrung als ein Hauptanliegen an. Doch diese hätte ebenso gut von Würzburg oder Eichstätt erfolgen können. Nachdem die Slaven im fränkischen Gebiet Jahrhunderte lang Seite an Seiten mit Christen gelebt hatten, ist es doch fraglich, ob sie überhaupt noch einer Bekehrung bedurften. Wahrscheinlich ging es um die Bekehrung der Slaven in Böhmen und Polen.
- Ein weiterer Grund für die Bistumsgründung mag die Schaffung eines Puffers zwischen Bayern und Sachsen, sowie einer Machtbasis neben seiner Hausmacht im Herzogtum Bayern gewesen sein.
- Bamberg lag - so wie einige Quellen berichten - Heinrich sehr am Herzen, was auch ein Grund für die Erhöhung des Ortes gewesen sein könnte.
- Der Hauptgrund für den mittelalterlichen Herrscher Heinrich II. war jedoch die Erinnerung an ihn und seine Gattin Kunigunde und die Fürbitten für beider Seelenheil. Wahrscheinlich war ihm sehr früh bewusst, dass sie kinderlos bleiben würden und somit niemand da wäre, der sich um ihre Memoria kümmern würde.

In jedem Fall müssen die Vorbereitungen und der Bau des Domes schon sehr früh, wahrscheinlich schon 1003, begonnen haben. Die Arbeiten waren zur Bistumsgründung 1007 schon so weit fortgeschritten, dass zwei Altäre geweiht werden konnten.